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Krankheiten

An dieser Stelle wollen wir eine kleine Hilfestellung geben, was einem kleinen Fellknäuel gesundheitsmäßig so alles passieren kann. Da Katzen von Natur aus Schmerzen stumm ertragen, Krankheit und Schwäche so lange wie möglich verstecken, ist es für einen Dosenöffner wichtig, seine Sinne für kleine Details zu schärfen, die eine große und böse Ursache haben könnten.

ACHTUNG: Diese Seite ist keinesfalls als Anleitung zur Selbstdiagnose und -behandlung gedacht! Um Gottes Willen: Sobald Sie einen Verdacht haben, daß Ihrem Kätzchen etwas fehlen könnte, GEHEN SIE ZUM TIERARZT!!!

 

HCM

Hypertrophe Kardiomyopathie

 

 Warum fange ich gerade mit einer Herzerkrankung an ? Vielleicht, weil es hier doch große Unsicherheiten gibt ! Und das nicht nur auf Seiten der Liebhaber. Warum ist es so wichtig, die Tiere schallen zu lassen, auch dann noch, wenn sie bereits wieder aus der Zucht raus sind ? Das Schallen ist zur Zeit die einzige Möglichkeit, zu erkennen, ob ein Tier (zum Zeitpunkt des Schalls) erkrankt ist oder nicht. Der Gentest ist leider noch überhaupt nicht aussagekräftig. Und nur wenn ich weiß, ob es erkrankt ist, kann ich es auch richtig behandeln lassen. Das ist alles noch nicht wirklich befriedigend, das stimmt, aber im Moment haben wir bei dieser Krankheit wirklich nur die Möglichkeit des Selektierens.

 

HCM – Hypertrophe Kardiomyopathie

Die HCM (englisch: Hypertrophic CardioMyopathy) ist die bei Katzen am häufigsten auftretende Herzerkrankung. Unter den Rassekatzen sind bislang die American Shorthair, BKH, Maine Coone, Perser, Ragdoll und die Rex betroffen, aber auch viele Hauskatzen erkranken an der HCM.

Unter einer HCM versteht man eine Erkrankung, bei der sich der Herzmuskel verdickt. Diese Verdickung kann die gesamten Herzmuskel, oder aber Teile davon umfassen. Von einer Obstruktion spricht man, wenn sich die Verdickung unterhalb der Hauptschlagadermündung entwickelt hat. Diese kann man als Herzgeräusch erkennen. Die Herzmuskulatur wächst in den Kammerinnenraum des Herzens. Auf diese Weise wird das Volumen der Herzkammer erheblich verkleinert, die Herzkammer kann sich nicht mehr ausreichend mit Blut füllen. So kommt es zu einem Rückstau in der linken Vorkammer des Herzens und im Lungenkreislauf. In der Folge bilden sich Lungenödeme (Wasser in der Lunge) oder aber Pleuralergüsse (Wasser in der Brusthöhle).

Man unterscheidet zwischen der prmären und der hypertrophen Kardiomyo-pathie. Primär sagt aus, dass die Ursache der Erkrankung direkt im Herzmuskel liegt. Dies ein genetischer Defekt, der autosomal dominant vererbt wird. Unter autosomal versteht man einen Erbgang, bei dem das betroffene Gen auf einem Autosom (ein Chromosom, das kein Geschlechtschromosom ist) liegt.
Kater erkranken in der Regel früher und auch häufiger als Katzen. Die meissten Tiere erkranken im Alter von 9 Monaten bis zu 5 Jahren.
Bei der sekundären HCM handelt es sich um eine Herzerkrankung, die aufgrund anderer Erkrankungen entwickelt wird. Es können u.a. erhöhter Blut-druck, Nierenerkrankungen oder aber auch eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) sein, die dann über verschiedene Mechanismen zu einer HCM führen.

Für den Besitzer ist die Erkrankung im Anfangsstadium nicht erkennbar. Katzen zeigen – anders als beispielsweise Hunde – keine typischen Anzeichen einer Herzerkrankung, wie Husten oder auch Mattigkeit. Allerdings kommt es, wenn die Krankheit weiter fortgeschritten ist, häufig zu Atemnot oder Hecheln. Außerdem kommt es zu Appetitlosigkeit, großem Schlaf- und Ruhebedürfnis. Die Tiere haben keine Spielfreude und/oder Belastbarkeit mehr. Im weiteren Verlauf beobachtet man dann bläuliche Schleimhäute, beschleunigten Herzschlag, den man ertasten kann und Wasseransammlung. Husten dagegen kommt eher selten vor. Es kann zu Thrombosenbildung kommen. Wichtig: Es muss bei einem erkrankten Tier NICHT unbedingt zu einem Herzgeräusch kommen. 

Die Lebenserwartung einer erkrankten Katze ist abhängig von dem Schweregrad der Erkrankung und vom Auftreten von Komplikationen bei der Medikamentengabe. Katzen reagieren sehr unterschiedlich auf die Medikamente. Katzen, bei denen die HCM früh erkannt und behandelt wurde, können noch viele Jahre leben – dafür gibt es aber leider keine Garantie. 

 

Was ist zu tun?

Die Kater, die sich in der Zucht befinden, oder aber in die Zucht gehen sollen, sollten ab dem 1. Lebensjahr einmal jährlich per Herzultraschall untersucht werden. Auch bei Katzen sollte ab dem 1. Lebensjahr mit den Herzultraschall-Untersuchnungen begonnen werden und dann kurz vor jeder Deckung, damit man sicher sein kann, dass die Katze zum Zeitpunkt der Deckung negativ geschallt war.
Nur mit der Herzultraschall-Untersuchung kann die Dicke der Herzwand, die Muskelkontraktilität (Beweglichkeit des Muskels) sowie die Auswurfleistung des Herzens ermittelt werden. Mit der Dopplermethode ist zusätzlich noch die Fließrichtung und die Fließgeschwindigkeit des Blutes zu erkennen. Darüber hinaus kann mit der Herzultraschall-Untersuchung überprüft werden, ob es in den Vorhöfen zur Thrombenbildung gekommen ist. 

Für eine weiterführende Diagnose stehen dann noch weitere Methoden zur Verfügung:

Mit einem EKG kann nicht nur die Herzschlagfrequenz gemessen werden (sie sollte keinesfalls über 200 Herzschlägen pro Minute liegen). Auch Herz-rhythmusstörungen, welche bei der HCM auch vorkommen können, werden erkannt.

Eine Röntgenaufnahme kann schließlich aufzeigen, ob das Herz zu groß ist. Dies lässt sich allerdings erst im fortgeschrittenen Krankheitsverlauf auf dem Röntgenbild erkennen. Allerdings kann man durch die Röntgenaufnahme auch noch erkennen, ob es im Umfeld der Lunge zu Ödemen (Schwellungen) gekommen ist.

Bei der HCM können im linken Vorhof Blutgerinnsel entstehen, die dann teilweise abgeschwemmt werden können. Dadurch kommt es häufig in den Oberschenkelarterien zur Thrombenbildung. So muss bei Katzen, die plötzlich aufschreien und eins oder beide Hinterbeine nicht mehr bewegen können, davon ausgegangen werden, dass sie eine Oberschenkelvenenthrombose haben. Sobald diese Symptome auftreten (eine Thrombose kann sehr schmerzhaft sein), muss der Tierarzt die Katze unbedingt behandeln, um die Thromben aufzulösen. 

Die erkrankten Tiere werden, falls nötig, mit Entwässerungsmedikamenten sowie ACE-Hemmern (zur Blutdrucksenkung) behandelt. In der Regel werden Beta-Blocker (zur Senkung der Herzfrequenz) verabreicht. Leidet das Tier außerdem unter Herzrhythmusstörungen, werden auch noch Kalzium-Kanal-Blocker eingesetzt. Gegen die Thrombenbildung wird mit Aspirin und/oder Warfarin behandelt. Diese Medikamente sind allerdings als vorbeugende Maßnahme eher ungeeignet. Das Medikament der Wahl heißt zur Zeit Heparin, welches allerdings täglich gespritzt werden muss. Es gibt bei der HCM keine Standardtherapie. Sie muss auf das jeweilige Tier zugeschnitten werden.

 

 

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